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Die Senioren-Union Haan besuchte die Kaiserstadt Aachen 
Die Senioren-Union Haan fuhr am 17. Mai 2011 im Reisebus nach Aachen, um die Stadt mit ihren geschichtlich bedeutenden Bauten zu besichtigen. Unsere Besichtigungsrunde begannen wir am Elisenbrunnen. Aachen ist eine alte Kurstadt, in der schon Friedrich der Große, Zar Peter der Grpße, Casanova und Georg Friedrich Händel Heilung suchten. Das Heilwasser sprudelt ständig aus zwei Quellen, 52° warm und ziemlich schwefelhaltig. Die Fürstlichkeiten hat das wohl nicht gestört. Der Bau im Preußischen Klassizismus aus dem Jahr 1822 wird dem berühmten preußischen Baumeister Schinkel (s. Neue Wache) zugeschrieben, aber der hatte wohl nur een Entwurf des Aachener Architekten Cremer abgezeichnet. Aachen war 1815 an Preußen gekommen. Wir nippten etwas von dem Nass aus mitgebrachten Pinnchen, verweilten nicht länger, vorbei an verführerischen alten Geschäften in der Hartmannstrasse und der Krämerstrasse, um unser erstes großes Ziel, das Rathaus, zu erreichen. Das Rathaus der Stadt Aachen war 1349 fertiggestellt, war im gotischen Stil gebaut, wurde in der Barockzeit stark umgebaut und ab dem 19. Jh. regotisiert. Der imposante Bau war nach dem Vorbild niederländischer Profanbauten errichtet worden, ist an seiner Nordseite oberhalb der obersten Fenster mit 50 Statuen deutscher Herrscher und mit Wappen von Kurfürsten, Fürsten und Städten geschmückt und verkörpert in allem das Zentrum deutscher und europäischer Geschichte. Wir nahmen im Krönungssaal Platz, vor der Bronzestatue Karls des Großen (1,80 bis 1,90 m groß, je nach Überlieferung), neben der großen Vitrine mit Reichskleinodien in Kopie bzw. im Original. Der große Saal mit den originalen, alten und mächtigen Säulen ist der Versammlungsort für die Gäste, die aus Europa und der ganzen Welt zusammen kommen um bei der Vergabe des "Internationalen Karlspreises der Stadt Aachen" an Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben, dabei zu sein. 1950 war die erste Verleihung. Der Preis ging an Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergie. Fast durchgehend jährlich wird der Karlspreis vergeben. Geehrt wurden u.a. Winston Churchill, Václav Havel, Joseph Luns, Konrad Adenauer, Königin Beatrix der Niederlande, Roman Herzog und Angela Merkel. In diesem Jahr wird Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank, ausgezeichnet. Die Vergabe des Ordens wider den tierischen Ernst ist mit dem Karspreis nicht zu verwechseln und findet an anderer Stelle statt. Das Mittagessen nahmen wir im Ratskeller ein, im Rathaus ebenerdig gelegen, auf rotem Teppich vom Marktplatz aus oder direkt vom Krönungssaal per Fahrstuhl zu erreichen. der Chef des Restaurants und Chefkoch, Herr Maurice de Boer, der mir bereits durch Telefonate bekannt geworden war, hatte wohl einen Gefallen daran, uns im feinen Ambiente speisen zu lassen, obwohl wir den einfacheren und billigeren Raum, das Tönnchen, bestellt hatten. Wir fühlten uns in dem kaiserlich feinen Raum mit hereinflutendem Sonnenlicht äußerst wohl. Dabei wurde von Damenseite vergessen, dass nach einem schnellen Mahl das nahe älteste Kaffeehaus der Stadt von Hubert Lönecke (van den Daele, am Büchel18, Ecke Hof, eng, mehrere Etagen) aufgesucht werden sollte. Der Aachener Dom war unser letztes Ziel der Besichtigungstour. Das Meisterwerk karolingischer Architektur orientiert sich am Typus byzantinischer Zentralbauten und ist ein Konglomerat verschiedener Bauepochen. Mit dem Bau der ursprünglichen Pfalzkirche wurde 790 begonnen. Im Zentrum des Doms befindet sich das Oktogon mit acht mächtigen Eckpfeilern. In der Mitte hängt der 1165 von Friedrich I. Barbarossa gestiftete Barbarossa - Leuchter. Oben im Emporengeschoss steht der Kaiserstuhl, Ende des 8. Jh. gebaut. Er wirkt sehr schlicht, wahrscheinlich war der Sitzplatz für den Herrscher komplett mit feinen Teppichen ausgelegt. Die für den Thron verwendeten Platten wurden von Jerusalem herangebracht. Auf einer Platte, wahrscheinlich früher als Bodenplatte verwendet, haben Soldaten für ihre Spiele eine Art Schachspiel eingeritzt. Auf dem Thron nahmen alle Herrscher seit 936 - 1531 Platz. Nach der Krönung gingen der Gekrönte und sein Hof zum Mahl im Krönungssaal. An das Oktogon schließt sich die Chorhalle an, mit dem goldenen Karlsschrein von 1215, in dem die Gebeine von Karl dem Großen liegen, und mit dem Marienschrein v 1220-1238 mit den vier großen Aachener Heiligtümern aus der Liturgie. Bereits im Mittelalter wurde die Chorhalle das "Glashaus von Aachen" genannt. erwähnt werden muß auch die vergoldete Evangelienkanzel aus den Jahren 1002-1014 mit wertvollen Steinen und anderen Pretiosen. Von der Vielfalt der Aachener eichtümer und Schätze konnten wir leider nur Teileindrücke bekommen, Grund für eine private Wiederholung der Tour. Die Kaiserstadt Aachen hat mit ihrer 1000jährigen Geschichte und Kultur vieles zu zeigen. (Text: Dr. Martin Köhler , Bild: Marliese Veitenhansl) |